Internet der Dinge: Wenn die Zahnbürste online geht

Manuel HeuselBlog

Das „Internet der Dinge“ besteht aus Haushaltsgeräten und Dingen des täglichen Bedarfs, die online gehen können. Mittlerweile gibt es schon internetfähige Kühlschränke und Kaffeemaschinen sowie intelligente Wasserflaschen, die Daten über den Flüssigkeitshaushalt ihres Eigentümers sammeln. Das „Internet der Dinge“ ist weltweit auf dem Vormarsch: Viele Unternehmen arbeiten an intelligenten webfähigen Lösungen für die von ihnen angebotenen Produkte. Kritiker dieser Vernetzungstechnologie befürchten allerdings, dass über die mobilen Apps Datenmissbrauch betrieben werden könnte und diese Apps zum Ausspionieren des Privatlebens der Geräte-Eigentümer genutzt werden könnten.  

 

Smarte Zahnbürsten für längeres Putzen

Die Hersteller von elektrischen Zahnpflegesystemen haben ebenfalls inzwischen Geräte entwickelt, die via mobiler App auf dem Smartphone überwacht werden können und in absehbarer Zeit auch auf dem deutschen Markt erhältlich sind. Diese Zahnbürsten zeichnen alle Details des Zähneputzens auf und können diese Daten dem Zahnarzt zur Analyse übermitteln. Sie warnen den Putzenden, wenn er bei der Zahnpflege zu sehr aufdrücken sollte und halten die Zeit fest, die er täglich fürs Zähneputzen benötigt. Der Zahnarzt wiederum kann die für den Patienten bestmögliche Putzroutine in die App einspeichern. Ein Test mit der neuen online-Zahnbürste ergab, dass sich die Zeit fürs tägliche Zähneputzen von unter 60 Sekunden auf mehr als zwei Minuten erhöht hat: Die Zeit, die Experten für eine optimale Zahnhygiene empfehlen (zwei Minuten) wurde mit der internetfähigen Zahnbürste sogar überschritten.

 

Zahnbürste

Zahnbürste

Procter & Gamble oder Kolibree?

Das US-amerikanische Unternehmen Procter & Gamble und sein französischer Konkurrent sind die ersten, die internetfähige elektrische Zahnbürsten entwickelten. So stellte P & G, dessen Experten schon seit mehr als zwei Jahren an einem online-Pflegesystem tüfteln, seine innovative Oral-B Zahnbürste am 24. Februar 2014 auf dem Mobile World Congress vor. Kolibree hingegen präsentierte schon im Januar dieses Jahres sein neues Produkt auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas. Die online-Zahnbürste SmartBrush von P & G kann sich via Bluetooth mit der Oral-B App verbinden und während der Zahnreinigung sogar Clips zeigen und den Nutzer mit Nachrichten und anderen nützlichen Informationen versorgen, die das Zähneputzen abwechslungsreicher gestalten. P & G kündigte bereits an, diese Technologie auch bei anderen Oral-B Zahnpflegesystemen wie beispielsweise der Oral-B SmartSeries anwenden zu wollen. Da das US-amerikanische Unternehmen Deutschland als Testmarkt wählt, ist die intelligente Zahnbürste, die für iOS und Android verfügbar ist, schon im Mai 2014 für 219 Euro in begrenzten Stückzahlen in deutschen Shops erhältlich. Ab Juni, wenn sie weltweit erhöltlich ist, lohnt sich dann auch schon der Blick in den Online Outlet für Haushaltswaren. Preiswerter als die SmartBrush von P & G soll das Konkurrenzprodukt von Kolibree sein, das ab dem kommenden Herbst überall verkauft wird: Es kostet zwischen 72 und 145 Euro. Kolibree arbeitet bereits an einer Sensortechnik, mit deren Hilfe Zahnkrankheiten schneller entdeckt werden. Der französische Spezialist für Gesundheitsartikel spricht insbesondere Familien als Zielgruppe an. So hat er z. B. vor, in seine mobile App spielerische Anreize und ein spezielles Belohnungssystem zu integrieren, die Kinder zu gründlicherem Zähneputzen animieren. Ihren Eltern hingegen möchte er via Smartphone eine genaue Kontrolle über das Putzverhalten ihrer Sprösslinge ermöglichen.

 

Bild: Zahnbürste © flickr.com / ~ezs